Ostbahnhof Berlin

Projektbericht

Ostbahnhof Berlin

Projekt Ostbahnhof Berlin

Ein Bauwerk früher Ingenieurkunst ist heute noch in Betrieb. Moderne Hochgeschwindigkeitszüge gleiten in diesen historischen Bahnhof ein und werden dabei ein gutes Stück von Stahlkonstruktionen aus dem vorletzten Jahrhundert getragen.

 

In diesen Stahlkonstruktionen, die zwei Weltkriege überstanden haben, finden sich Stähle aus den Anfangszeiten der Industrialisierung, aber auch neuere Stähle aus den folgenden Epochen. Diese Art von Stählen sind bekannt unter den Namen Puddelstahl und Flussstahl. Sie zeichnen sich durch unterschiedliche Eigenschaften aus, die für die Berechnung der Festigkeit der Brücken und damit für die Standsicherheit von Bedeutung sind. Damit auch in Zukunft diese Sicherheit gewährleistet ist und die historisch wertvollen Brückenbauwerke erhalten bleiben, werden von der Deutschen Bahn AG statische Nachrechnungen in Verbindung mit der Bahn-Richtline BS805 vorgenommen.  

 

Wichtig dabei ist, dass die Werkstoffeigenschaften der vielen Einzelbauteile einer Nietkonstruktion für diese Berechnung bekannt sein müssen. Angesichts der Größe der Bauwerke und dem Umfang der Einzelbauteile einer genieteten Konstruktion ist dies mit Probenentnahmen kaum zu machen. Außerdem führen solche Probenentnahmen zu statischen Beeinträchtigungen der sehr schlank und ressourcenschonend konstruierten Bauwerke aus Stahl. 

 

Zusammenfassend kann man also sagen, dass mit dem neuen Verfahren eine schnelle und praktikable Möglichkeit zur Verfügung steht alte Stahlkonstruktionen hinsichtlich der Werkstofftypen zu analysieren. Wir bedanken uns bei allen Projektpartnern, dass Sie uns dabei unterstützt haben aus einer Idee eine praktisch anwendbare Methode zu machen. 

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Entfernung der Korrosionsschicht

Feinbearbeitung der Messstelle

Funken-Emissions-Spektroskopie (kurz: OES)

Funken-Emissions-Spektroskopie (kurz: OES)

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Messung mittels mobiler Funken-Emissions-Spektroskopie (kurz: OES)

 

Zum Einsatz kommt die mobile Funken-Emissions-Spektroskopie (kurz: OES). IWT-Solutions AG hat gemeinsam mit der Firma Hitachi High-Tech Analytical Science GmbH diese Methode für diese Messaufgabe angepasst. Gemessen wird die chemische Zusammensetzung des Stahls. Dabei wird als erstes mittels spezieller Verfahren die Korrosionsschicht sorgsam entfernt und die Oberfläche so vorbereitet, dass keine Kontamination der Messung durch Elemente aus dem Korrosionsschutz oder Korrosionspittings erfolgen kann. Die Messergebnisse wertet IWT in Verbindung mit vorhandenem Know-How über die die Besonderheiten industrieller Stahlherstellung zum Zeitpunkt der Bauwerksherstellung aus. Als Ergebnis wird eine Zuordnung zu den 1927 normativ bekannten Stahlsorten, wie St 48 oder St 34 vorgenommen.

 

Mit Hilfe des Verfahrens konnten 470 Messungen in kürzester Zeit mit relativ geringem Gesamtaufwand durchgeführt werden. Mit den Ergebnissen stehen dem Auftraggeber, der Bahn AG, somit zu einem frühen Zeitpunkt wichtige Informationen für die weitere Planung zur Verfügung.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass mit der neuen Methode ein leistungsfähiges und flexibles Verfahren zur Verfügung steht, dass im Bereich der Altstahlsanierung vorteilhaft eingesetzt werden kann und in der frühen Planungsphase wertvolle Daten liefert. Zu erwarten ist, dass dieses Verfahren auf Bauwerke aus Stahl aus allen Zeiten und Anwendungsbereichen wie Straßenbrücken, Industriestrukturen und Wasserbaustrukturen aus allen Zeiten angewendet werden kann.