Gewährleistung der Betriebssicherheit in der Wasserstoffwirtschaft

Individuelles Qualifizierungs­konzept für Werkstoff­systeme*

 

Wasserstoff stellt hohe Anfor­de­rungen an den Werkstoff Stahl. Wir helfen Ihnen Produkte und Prozesse bereit für den Wasserstoff­­einsatz zu machen!

Werkstoff­qualifi­zierung

Beratung und Durchführung von Werkstoff­quali­fizierung

Werkstoffprüfung

Werkstoffprüfung unter Druckwasserstoff

Indivi­duelles Berech­nungs­konzept

Individuelles Berechnungs­konzept für den jeweiligen Anwendungs­fall

Durch die Bündelung von Experten­wissen, Anwendungs­nähe und Normungs­erfahrung haben wir ein Qualifizierungs­konzept entwickelt, das auf den obigen Säulen beruht.

 

Unser System orientiert sich immer an den momentan existierenden Bemessungs­normen und betrachtet auf deren Basis das gesamte Werkstoff­system*.

*Unter Werkstoffsystem müssen immer die Grundwerkstoffe und die Schweißverbindungen sowie alle anderen, den Grundwerkstoff verändernden, Einflüsse betrachtet werden.
Herausforderungen für die Wasserstoffwirtschaft
Bildunterschrift

Vermeidung von außergewöhnlichen (katastrophalen) Schadensereignissen

 

Bei der Bauteilauslegung muss neben den üblichen operativen Belastungen auch die Möglichkeit des Versagens bei außer­gewöhn­lichen Belastungen einbezogen werden. Dies gilt insbesondere für die vielen Anwendungs­bereiche entlang der Wert­schöpfungs­kette in der Wasser­stoff­wirtschaft. Operative und außer­gewöhnliche Belastungen können in Verbindung mit Werkstoff­degradation durch Wasserstoff zum Versagen mit ggf. katastro­phalen Folgen führen, was es zu vermeiden gilt.

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Einfluss von Wasserstoff auf Stahl

 

Grundsätzlich ist Stahl ein geeigneter Werkstoff für die Wasserstoff­wirtschaft. Bekannt ist jedoch auch, dass Wasser­stoff negativen Einfluss auf Stahl durch Versprö­dung hat. Zähigkeit, Duktilität und die Dauer­­festig­keit werden unter ungünstigen Be­ding­ungen reduziert. Damit steigt das Risiko für plötz­liches Bauteil­­versagen erheblich. Dieser Vorgang ist äußerlich nicht sichtbar und muss daher in Sicher­heits­­konzepten durch Anfor­­derungen an den Werkstoff vorab ausgeschlossen werden.

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Rechtliches Rahmen­werk/­ Normen

 

Aufgrund des Gefährdungs­potentials werden weltweit gesetzliche Regelungen entstehen. Die tech­nische Umsetzung der Anfor­derungen aus den gesetz­lichen Regelungen erfolgt mit Hilfe von Normen und Richt­linien. Bislang gibt es jedoch noch keine ausreichend norma­tiven Vorgaben zum Thema Wasser­stoff.

Die Wasserstoffwirtschaft läuft momentan weltweit an! Dabei wird erwartet, dass aus den momentan verwendeten 75Mt Wasserstoff­equi­valents bis zum Ende dieses Jahr­zehnts 172Mt und bis 2050 598Mt werden.

 

Die größten Ver­braucher von Wasserstoff werden dabei die Eisen- und Stahl-Produktion und die Energieerzeugung sein. Erwartet wird, dass der Wasserstoffverbrauch in China, Nordamerika und Europa besonders hoch sein wird, dicht gefolgt von Indien.

 

Um dem Bedarf an Wasserstoff in Deutschland beizukommen, wird mit etwa 30% eigener Produktion und 70% Importen gerechnet. Für die Weiterverteilung sind verschiedene Transportformen im Gespräch: Pipelines und Schiffe, aber auch LKW oder eine dezentrale Versorgung.

 

Egal um welche Anwendung es geht, in der Infrastruktur kommt Wasserstoff in jedem Fall mit Stahl in Kontakt. Und für diesen Kontakt müssen die Werkstoffsysteme geeignet und ausgelegt sein.

Stahlanwendungen in der Wasserstoffwirtschaft

Pipeline

Rohre

Druckbehälter

Anbauteile

Maschinen, Verdichter und Kompressoren

Transport

Unser Wasserstoffspezifisches Leistungsangebot

Qualifizierung für den Wasserstoffeinsatz

 

Wir unterstützen unsere Kunden, Chancen und Risiken realistisch einzuschätzen, indem wir die Risiken identifizieren und minimieren, die bei der Nutzung Ihrer Produkte oder Anlagen in Verbindung mit Wasserstoff auftreten können.

 

Die Qualifizierung Ihres verwendeten Werkstoffs als H2-Ready erfolgt durch einen individuell zu­ge­schnit­tenen Bewertungsplan. Dabei nutzen wir modernste Versuchs­technik, um das Material unmittelbar unter Wasser­stoff­beding­ungen zu testen.

 

Sicherheit beim Einsatz durch Normungsexpertise

 

In der aktuellen Anpassung maßgeblicher Normen auf nationaler und europäischer Ebene sind wir beteiligt, so dass auch dieser aktuelle Erkenntnisstand in unsere Projekte einfließt. Auf Basis des umfangreichen diesbezüglichen Kenntnisstandes unserer Mitarbeiter treffen wir Aussagen darüber, ob ihr Material H2-Ready ist und welche Rahmenbedingungen bei dem Einsatz gegeben sein müssen. Unsere Ergebnisse vertreten wir auch gegenüber Ihrem Zertifizierer und/oder Kunden sofern dies notwendig und/oder gewünscht ist.

 

Mit unserem Solutions Engineering Ansatz, der neben dem Know-How interne und externe Kommunikation als wesentliches Element beinhaltet, können wir auf individuelle Anforderungen eingehen und ermitteln so die wichtigsten Kriterien Ihrer Problemstellung als Grundlage für den Lösungsweg.

Vorgehensweise

Phase 1: Analyselevel

 

  • Erfassung der Ausgangssituation in Hinblick auf die zu qualifizierenden Werkstoffe und verbundenen Regelwerke
  • Planung der Aufwände zur Erreichung des Qualifizierungsziels

 

Phase 2: Arbeitslevel

 

  • Erarbeitung und Anwendung unseres Qualifizierungskonzeptes in Anlehnung an jeweils gültige Normen und Richtlinien und aktuellen Erkenntnissen.
  • Ableitung und Implementation von Maßnahmen zur zukünftigen Qualifizierung

 

Phase 3: Zertifizierungslevel

 

  • Erbringung des Übereinstimmungsnachweises zwischen Werkstoff, Anforderungen und Maßnahmen.
  • Umsetzung im laufenden Betrieb

Werkstoffkennwerte unter Wasserstoffeinfluss

Mit Bruchmechanik zu qualifizierten Aussagen

 

Mit Hilfe der Bruchmechanik können die Gefahren, die von Rissen und Risswachstum ausgehen, analysiert und dabei das komplexe, auch zeitliche Zusammenwirken verschiedener Belastungsfaktoren, erfasst werden. Dadurch rückt der entscheidende Aspekt, die Vermeidung instabilen Risswachstums in den Fokus und es können kurzfristig Lösungen geliefert werden.

Bruchflächen von KI,H Proben nach 1000 Stunden Belastung unter Druckwasserstoff KI,H

Insbesondere bei der Verwendung von Werkstoffen in Wasserstoffmedien ist instabiles Risswachstum und sprödes Versagen eine reale Gefahr durch Wasserstoff­versprödung. Dieses Gefahrenpotenzial kann durch Bruchmechanik­­versuche in Wasser­stoff evaluiert und eingegrenzt werden. Auch für die Qualifizierung von Werkstoffen und Schweiß­verbindungen als „H2-qualified“ ist es möglich  bruchmechanische Versuche nach internationalem Stand der Technik (z.B. ASME B31.12) sinnvoll einzugrenzen. Damit leistet die Bruchmechanik beim Wasserstoff, wie schon in anderen Hochsicherheits­anwendungen wie Kerntechnik oder Offshore Öl und Gas oder Druckgeräte einen wichtigen Beitrag zum sicheren Betrieb und zur Vermeidung von langen Stand- bzw. Ausfallzeiten.

Bruchmechaniktests in Wasserstoffumgebung

 

Für Bruchmechanikversuche in Wasserstoffumgebung gibt es zurzeit zwei genormte Versuchsarten:

  • Der konventionelle Versuchs­aufbau mit CT- oder SENB-Probe bei dem nach ASTM E 1820 die Bruch­zähigkeit oder nach ASTEM E 648 eine Rissfortschrittskurve bestimmt wird.
  • Der KI,H Versuch nach ASTM E 1681-03, bei dem eine spezielle Bruchmechanik­probe unter konstante Vorspannung gesetzt wird und anschließend in einem Autoklav über eine vordefinierte Zeit in Druck­­wasserstoff­­atmosphäre ausgelagert wird. Dieser Versuch wird derzeit auch nach ASME B31.13 Option B gefordert.

Schadensanalyse nach VDI Richtlinie 3822

 

Auch bei Schadensanalysen unter Wasserstoffeinfluss wird ein Vorgehen nach der VDI Richtlinie 3822 angewandt.

 

Dabei spielen die Schadensbeschreibung sowie die Bestandsaufnahme eine große Rolle.

 

Besonders wichtig bei unserem Vorgehen ist uns nicht nur die Schadensursache zu ermitteln, sondern auch Möglichkeiten zur Schadensabhilfe  aufzeigen zu können.

 

In Kooperation mit unseren Partnerlabors stehen uns alle modernen Analysemethoden zur Verfügung.

Wasserstoff Schadensanalytik

Schäden durch Wasserstoffeinfluss

 

Schadenvermeidung ist oberstes Gebot. Sollte es jedoch zu einem Schadensfall gekommen sein, helfen wir als IWT-Solutions AG, die Ursache zu finden und Maßnahmen zur Abwendung nachhaltiger kostenintensiver Folgen zu treffen.

Mikroanalytik nach Wasserstoffeinwirkung
Mikroanalytik nach Wasserstoffeinwirkung
REM Aufnahmen eines interkristallinen Bruchs mit Anzeichen von Wasserstoffeinwirkung

Dies gilt auch für den Werkstoffeinsatz unter Wasserstoffumgebung, bei dem ein vollkommenes Werkstoffversagen innerhalb kürzester Zeit zu enormen Infrastrukturschäden führen kann.

 

Bei der Analyse orientieren wir uns an der VDI Richtlinie 3822 und deren Anpassung an Wasserstoff. In Zusammenarbeit mit unseren Partnerlabors stehen uns alle modernen Analysemethoden zur Verfügung. Analyse und Interpretation liegen dabei in der Hand unserer Spezialisten. In Streitfällen, vor Gericht oder außergerichtlich, bieten wir qualifizierte Unterstützung.